Der Rubel steht seit dem Ukraine-Krieg unter Beschuss. Umso ungewöhnlicher: Er legt eine unglaubliche Kurssteigerung hin. Wieso nur?
Trotz des Ukraine-Krieges befindet sich der Rubel weiter im Kurshoch und überholt offenbar im Währungsvergleich sogar den brasilianischen Real. Die Nachrichtenagentur Bloomberg spricht von der besten Performance weltweit in diesem Jahr. Der Rubel nahm am Mittwoch seinen Anstieg gegenüber dem Dollar wieder auf, als die Moskauer Börse nach zwei Feiertagen wiedereröffnet wurde. Laut Bloomberg legte der Rubel seit Jahresbeginn gegenüber dem Dollar um elf Prozent zu. Ein US-Dollar kostet gerade (Stand Donnerstagmittag) auf den Börsen etwa 65,34 Rubel. Auch der Euro kostet gerade „nur“ noch 68,63 Euro.
Analysten warnen, dass der Rubel-Kurs nicht glaubwürdig sei, weil viele Währungshandelsgeschäfte den Handel mit dem Rubel eingestellt haben. Sein Wert, wie er auf Börsenmonitoren angezeigt wird, entspreche nicht dem Preis, zu dem er in der realen Welt gehandelt werden könne.
Bloomberg schreibt dazu: „Die Gewinne des Rubels resultieren aus einer Reihe von Maßnahmen der Regierung, um die angeschlagene Währung nach den Sanktionen des Westens zu verteidigen. Neben der Einführung von Kapitalverkehrskontrollen hat Russland Exporteure gezwungen, Devisen zu verkaufen, und verlangt, dass sein Erdgas in Rubel bezahlt wird.“