Gegen Starbucks läuft eine Sammelklage wegen der Irreführung der Kunden, indem das Unternehmen als gesunde Nahrung getarnt Chemikalien, Farbstoffe und künstliche Geschmacksstoffe verkauft.
Im Mittelpunkt der Klage stehen Starbucks‘ beliebte Refresher-Getränke, die angeblich Früchte wie Açaí, Mango und Passionsfrucht im Namen tragen. Das Problem? Die Kläger behaupten, diese Getränke enthalten keine dieser Nahrungsmittel, sondern setzen stattdessen auf eine „chemische Suppe“ aus Aromen und Farben, um den Eindruck von Früchten zu erwecken.
Die von den Klägern Joan Kominis und Jason McAllister eingereichte Klage erhielt grünes Licht, nachdem US-Bezirksrichter John Cronan den Antrag von Starbucks auf Abweisung der Klage abgelehnt hatte. Der Richter entschied, dass die von den Klägern vorgebrachten Ansprüche bedeutend genug seien, um eine weitere Prüfung vor Gericht zu rechtfertigen.
Starbucks versuchte, die Klage abzuweisen, mit der Begründung, dass die Namen der Refresher die Aromen beschreiben, nicht die tatsächlichen Zutaten. Die Kaffeekette argumentierte, dass Kunden etwaige Unklarheiten über die Getränke ausräumen könnten, indem sie ihre Baristas fragen.
Richter Cronan war jedoch anderer Meinung und entschied, dass „ein erheblicher Teil vernünftiger Verbraucher [die Namen] als irreführend empfinden könnte“. Er ließ neun der elf Klagen zu und wies nur zwei ab: eine Klage wegen vorsätzlichen Betrugs und eine Klage wegen wiederholter ungerechtfertigter Bereicherung.
„Anders als in manchen Fällen gibt es im Namen oder in der Werbung für die Produkte keine Informationen, die den Verbraucher eindeutig darüber informieren, ob ein Fruchtname auf einen Geschmack oder eine Zutat hinweist“, schrieb Richter Cronan in seinem Urteil.
Starbucks brachte seine Refresher-Linie erstmals im Jahr 2012 auf den Markt und bezeichnete sie als „weltweit bahnbrechende Getränkeinnovation“, die aus „echtem Fruchtsaft“ hergestellt werde und einen Energieschub durch Rohkaffee-Extrakt biete.
Seitdem ist die Kategorie der Kaltgetränke, darunter auch Refreshers, zu einem Eckpfeiler des Erfolgs von Starbucks geworden. Während seiner Telefonkonferenz zum vierten Quartal im November 2022 berichtete Starbucks, dass Kaltgetränke erstaunliche 76 % seines US-Getränkeumsatzes ausmachten.
Die Kläger räumen zwar ein, dass manche Starbucks-Produkte – wie etwa die heiße Schokolade, der Matcha-Latte und der Honig-Minz-Tee – ihrem Namen gerecht werden, argumentieren jedoch, dass die irreführende Kennzeichnung der Refresher-Getränke das Vertrauen der Verbraucher untergräbt und der Gesundheit der Kunden schadet.