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Geoengineering: Erstes Land finanziert ganz offiziell Experimente im Freien

Geoengineering: Erstes Land finanziert ganz offiziell Experimente im Freien
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Obwohl Hunderte Wissenschaftler davor warnen, Aerosole und Partikel in die Erdatmosphäre zu leiten, stellt Großbritannien 67 Millionen Euro für genau solche Projekte zur Verfügung.

Wie das britische Advanced Research and Invention Agency (ARIA) bekanntgab, werden für die Projekte rund 57 Millionen Pfund (etwa 67 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt. Wie die New York Times berichtet, gehört die Ankündigung der unabhängigen staatlichen Institution zu den bisher größten Finanzspritzen für die Erforschung des „Solar Geoengineering“. So wird die Idee bezeichnet, Partikel in die Luft zu blasen, um einen Teil der Sonnenstrahlung zurück ins Weltall zu leiten und so die Temperatur auf der Erde zu senken.

Abkühlung der Erde: Soll Schwefeldioxid in die Stratosphäre gesprüht werden?

Die Regierungsinitiative konzentriert sich demnach auf die Erprobung verschiedener Arten des solaren Geoengineerings. Zu diesen Ansätzen könnte das Einbringen von Aerosolen wie Schwefeldioxid in die Stratosphäre oder das Einbringen von Meersalz-Aerosolen in tief liegende Meereswolken gehören.

Das ARIA erklärte, dass es Geoengineering-Forschung betreibe, weil es „selbst bei den aggressivsten Szenarien“ zur Reduzierung der Treibhausgase nicht möglich sein könnte, diese Emissionen schnell genug zu verringern, um einen gefährlichen Anstieg der globalen Temperaturen zu verhindern. Das habe Regierungen und Wissenschaftler dazu veranlasst, verstärkt nach Möglichkeiten zu suchen, den Planeten künstlich zu kühlen, um Zeit zu gewinnen. Doch ohne die Durchführung physikalischer Tests dieser Strategien, so die Agentur weiter, „gibt es keine Aussicht darauf, ein angemessenes Urteil darüber abzugeben“.

Geoengineering: Auch die USA wollen die Erde wohl etwas dunkler machen

Frank Keutsch, ein Geo-Engineering-Forscher in Harvard, sagte der New York Times, dass es seines Wissens nach das erste Mal sei, dass eine Regierung zur Einreichung von Vorschlägen für Experimente im Freien aufrufe. Keutsch hatte sich mit einem Team selbst um ein Geoengineering-Experiment in der Stratosphäre bemüht. Nach Verzögerungen und öffentlicher Kritik teilte er im März dieses Jahres mit, das Vorhaben nicht länger zu verfolgen.

Im vergangenen Jahr berichtete die Berliner Zeitung, dass auch in den USA an einem Forschungsplan zum „Solar Geoengineering“ gearbeitet werde. In dem 44-seitigen Bericht der US-Wissenschaftsbehörde OSTP werden verschiedene Methoden vorgeschlagen. So könnte überschüssiges Sonnenlicht beispielsweise durch Sulfatpartikel in der Atmosphäre zurück ins Weltall reflektiert werden. Eine andere Methode schlägt die gezielte Steuerung der Wolkenmenge an unserem Himmel vor. Allerdings betonten die Wissenschaftler in dem Zusammenhang, dass es sich dabei um noch wenig erforschte Konzepte handelt.

Hunderte Forscher fordern Nichtanwendung von Solar-Geoengineering

Viele Experten sehen Solar-Geoengineering eher als theoretisches Gedankenexperiment. In einem offenen Brief fordert ein Zusammenschluss hunderter Forscher die Unterzeichnung eines internationalen Abkommens über die Nichtanwendung von Solar-Geoengineering. Neben den unerforschten Risiken der Methode befürchten die Wissenschaftler, dass das Träumen von einer schnellen Lösung für die Erderwärmung der echten Klimapolitik auf der Erde schaden könnte.

So könnte das vermeintliche Wundermittel „Regierungen, Unternehmen und Gesellschaften davon abhalten, ihr Möglichstes zu tun, um so bald wie möglich Co2-neutral zu werden“. Stattdessen müsse mit dem Klimawandel im Hier und Jetzt umgegangen werden – auf Schutzschilde im Weltall sei letztlich kein Verlass, schreiben die Initiatoren.

Das Aufbauen einer künstlichen Aerosolschicht um die Erde könnte zudem einen drastischen Eingriff in bestehende Ökosysteme darstellen, der zahlreiche ungeahnte Nebenwirkungen nach sich ziehen könnte, warnen Forscher.

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